Re: Typisch deutsch
Lukas Heinser schrieb:
> Hubert Barth wrote:
>
>> Was das Klatschen auf 1 und 3 angeht, ich denke da sind wir schon auf
>> dem Wege der Besserung ;-)
>
>
> Jepp. Neuer Trend: Klatschen auf 1, 2, 3 und 4.
>
> SCNR, ist aber wahr, Lukas
Hihi, stimmt! Im Zuge der "galoppierenden Infantilisierung der
Spaßgesellschaft" will keiner einen Fehler machen, also klatscht man
einfach immer ;)
Re: Typisch deutsch
Re: Typisch deutsch
"Margit Suess" meinte:
>Ich habe vor zwei Jahren mal einen Schueler in Amiland besucht, der
>fuer ein Jahr per Stipendium dort zur Schule gegangen ist. Es war
>beeindruckend, was da puncto Musik und Ensembles an der Schule
>angeboten wurde, da koennen deutsche Schulen vermutlich nur von
>traeumen und es groovte auch in den juengeren Jahrgaengen schon
>gewaltig.
Während meines Studiums waren wir mit dem Hochschulorchester in den
USA. Dabei kam es zu einem Workshop Konzert bei dem wir mit einem
Blechbläserensemble auf ein Blechblasquintett der örtlichen
Highschool
trafen. Nach den ersten Takten der Amerikaner hatte ich den Tee auf.
Die Jungs waren uns in jeglicher Beziehung, um Lichtjahre vorraus.
Andreas
Re: Typisch deutsch
"Margit Suess" meinte:
>Dann interessiert mich in dem Zusammenhang deine Meinung ueber die
>WDR-Bigband sehr. Also, was haeltst du unter dem Gesichtspunkt von
>dieser Bigband?
Tja, was soll ich jetzt dazu sagen? Was sagt man über die beste
Bigband der Welt?
Vielleicht folgendes:
Leitung:
Bill Dobbins: Amerikaner
Blechbläser:
Rick Kiefer (trp,fh): Amerikaner
Andy Haderer (trp,fh): Österreicher
John Marshall (trp,fh): Amerikaner
Rob Bruynen (trp,fh): Holländer
Klaus Osterloh (trp,fh): Deutscher
Dave Horler (trb): Engländer
Ludwig Nus (trb): Deutscher
Bernt Laukamp (trb): Deutscher
Mattis Cederberg (btrb,tba): Schwede
Holzbläser:
Olivier Peters (sax): Franzose
4 weitere Musiker: Deutsche
Rhythm:
Frank Chastenier (p): Deutscher
John Goldsby (b): Amerikaner
Paul Shigihara (git): Japaner
Fazit: 10 Gastarbeiter und 8 Heimwerker :-) Da erledigt sich die Frage
fast von selbst, oder?
Um dennoch eine Antwort zu geben: Nein, an dieser Bigband ist absolut
nichts, was ich als "typisch deutsch" bezeichnen würde. Die
Musiker
sind nahezu perfekt und spielen mit einer unglaublichen Präzision
(gut, dass könnte man ev. als typisch deutsch bezeichnen), dabei
allerdings mit einer faszinierenden Lockerheit und Leichtigkeit. Wie
schwer die Werke sie aufführen wirklich sind kann man bei den
Konzerten nur erahnen. Man kann es allerdings raushören wenn man sich
mit den Jungs während ihrer Probenphasen unterhält.
Ausserdem, aber das ist ein anderes Thema, sind die Musiker durch die
Bank unheimlich nett und nehmen sich immer Zeit wenn man sie mal nach
ihrer Meinung zu einem neuen Instrument oder neuem Zubehör fragt.
Andreas
Re: Typisch deutsch
"Margit Suess" meinte:
>Dann interessiert mich in dem Zusammenhang deine Meinung ueber die
>WDR-Bigband sehr. Also, was haeltst du unter dem Gesichtspunkt von
>dieser Bigband?
Tja, was soll ich jetzt dazu sagen? Was sagt man über die beste
Bigband der Welt?
Vielleicht folgendes:
Leitung:
Bill Dobbins: Amerikaner
Blechbläser:
Rick Kiefer (trp,fh): Amerikaner
Andy Haderer (trp,fh): Österreicher
John Marshall (trp,fh): Amerikaner
Rob Bruynen (trp,fh): Holländer
Klaus Osterloh (trp,fh): Deutscher
Dave Horler (trb): Engländer
Ludwig Nus (trb): Deutscher
Bernt Laukamp (trb): Deutscher
Mattis Cederberg (btrb,tba): Schwede
Holzbläser:
Olivier Peters (sax): Franzose
4 weitere Musiker: Deutsche
Rhythm:
Frank Chastenier (p): Deutscher
John Goldsby (b): Amerikaner
Paul Shigihara (git): Japaner
Fazit: 10 Gastarbeiter und 8 Heimwerker :-) Da erledigt sich die Frage
fast von selbst, oder?
Um dennoch eine Antwort zu geben: Nein, an dieser Bigband ist absolut
nichts, was ich als "typisch deutsch" bezeichnen würde. Die
Musiker
sind nahezu perfekt und spielen mit einer unglaublichen Präzision
(gut, dass könnte man ev. als typisch deutsch bezeichnen), dabei
allerdings mit einer faszinierenden Lockerheit und Leichtigkeit. Wie
schwer die Werke sie aufführen wirklich sind kann man bei den
Konzerten nur erahnen. Man kann es allerdings raushören wenn man sich
mit den Jungs während ihrer Probenphasen unterhält.
Ausserdem, aber das ist ein anderes Thema, sind die Musiker durch die
Bank unheimlich nett und nehmen sich immer Zeit wenn man sie mal nach
ihrer Meinung zu einem neuen Instrument oder neuem Zubehör fragt.
Andreas
Re: Typisch deutsch
Robert Wachinger schreibselte:
> [ Vorgeschichte: Dr. Göbel hatte nachts bei Regen ne Autopanne,
Hey Achim, herzlichen Glückwunsch zum Doktortitel. Wann steigt denn die
Paady?
SCNR & ersmahl, c-laus
--
"Quite frankly, teachers are the only profession that teach our
children."
President George W. Bush, Jr., 9/18/95
Re: Typisch deutsch
> Natürlich gibt es typisch Deutsche Eigenarten. Da ist nichts
> verwerfliches dran oder? (ausser bei Swing und auch bei 11/16tel stur
> auf "1 und 3" zu klatschen ;)
> Gruß Lutz
Was sind denn das für welche? und wieso muß man bei 11/16 klatschen?
und
wenn, wo?
gruß Hans
Re: Typisch deutsch
hans kitschenberg wrote:
>
>> Natürlich gibt es typisch Deutsche Eigenarten. Da ist nichts
>> verwerfliches dran oder? (ausser bei Swing und auch bei 11/16tel stur
>> auf "1 und 3" zu klatschen ;)
>> Gruß Lutz
> Was sind denn das für welche? und wieso muß man bei 11/16
klatschen? und
> wenn, wo?
> gruß Hans
hab noch was vergessen: was ist mit 19/8tel?
hans
Re: Typisch deutsch
Harald Schollmeyer meinte:
>Von größerem Interesse finde ich die Frage, wie man musikalische
>Sozialisation in dieser unseren Gesellschaft entwickeln und verbessern
>kann.
Einverstanden. Also was kann man tun?
1. Musikunterricht in der Schule:
Mein ältester Sohn, der in wenigen Wochen das 7. Schuljahr hoffentlich
erfolgreich beenden wird, hat exakt ein Jahr qualifizierten
Musikunterricht erhalten.
In der Grundschule bestand der Musikunterricht, wenn er denn überhaupt
stattfand, daraus das ein oder andere Liedchen zu singen oder mal
einen Tanz einzustudieren.
Auf dem Gymnasium hatte er in der fünften Klasse dann einen sehr guten
und engagierten Lehrer der seine Schülern auch langweiligen Stoff wie
z. B. Notenlernen schmackhaft machen konnte. Danach: Schweigen im
Walde. Musikunterricht: Fehlanzeige wg. Fachlehrermangel.
Ähnlich sieht es im Fach Kunst aus. Klasse 5: Fachunterricht. Klasse
6: Nicht auf dem Stundenplan. Klasse 7: Kunstunterricht bei der
Klassenlehrerin (Fachlehrerin Mathe und Bio).
2. Musikschule oder Privatunterricht:
Sicherlich sehr sinnvoll, wir nutzen das auch (zumindest für unseren
zweiten Sohn) allerdings wird dieser Unterricht, wenn man ihn für alle
drei Kinder will, für einen Normalverdiener auf Dauer unbezahlbar.
In diesem unserem Lande besteht die Gefahr, dass ein Grossteil unserer
Kinder aufwächst ohne jemals, oder wenn überhaupt mal in einem
Nebensatz, etwas von Telemann, Bach, Mozart, Bruckner, Wagner, Mahler,
Berg, Henze oder Stockhausen gehört zu haben.
Auch die Eltern können da mittlerweile nicht mehr, wie bspw. noch
meine Eltern, weiterhelfen, da sie oft genau die gleiche "Bildung"
genossen haben wie sie ihre Kinder heute erhalten.
Mein Vorschlag: Kultur in die Massenmedien. Eine musikalische "Sendung
mit der Maus" einen musikalischen "Peter Lustig". Kurz und gut:
TV-Sendungen die Interesse an etwas anderem als Eminem und Konsorten
wecken. Als Eltern hat man ja ansonsten kaum noch eine Chance gegen
MTV und Viva anzustinken.
Das so etwas möglich ist hat Leonard Bernstein mit seinen "Konzerten
für junge Leute" bewiesen. Ich würde mich freuen wenn die
öffentlich-rechtlichen Sender meine Gebühren für solche Projekte
nutzen würden statt sie für die Bundesliga Übertragungsrechte zu
verschleudern.
Andreas